Raps profitiert an der Matif aktuell von den festen Sojaölvorgaben. Weizen erreicht an der Matif täglich neue Tiefs (Handelstermin Dez. 17). Nach wir vor fehlen unterstützende Impulse.


An der Matif fielen die Weizenkurse gestern erneut (Handelstermin Dezember 2017 neues Kontrakttief 159,25 €). Der EU-Prognosedienst MARS hat die Getreide- und Rapserträge 2017 in der EU gegenüber dem Vormonat geringfügig höher geschätzt. In der Ukraine uns Südrussland werden in den kommenden Tagen Niederschläge erwartet. Davon profitiert neben dem Mais auch der gesäte Raps.


In den USA sorgen die aktuellen Niederschläge auf den Mais- und Sojaflächen für weitere Entspannung. Für die Raps- und Weizenkurse an der Matif fehlen unterstützende Impulse. 


Aus Russland werden die Ertragsmeldungen aus der Ernte stetig nach oben korrigiert. Bisher ist nicht einmal die Hälfte der Weizenfläche geerntet und es sind bereits 55 Mio. t eingefahren worden. Die Erträge sollen auf den geernteten Flächen ca. 19 % über dem Rekordvorjahr liegen. Insofern könnte die Ernte noch deutlich größer ausfallen, als die zuletzt vom USDA geschätzten 77,5 Mio. t. Aus den USA wurden für die vergangene Woche, insbesondere bei den Sojabohnen, gute Exportzahlen gemeldet. Soja profitierte davon leicht, die US-Getreidekurse blieben unter Druck. Die Veränderung der EU-Exportzahlen gegenüber der Vorwoche war schwach. Langfristig muss Europa wieder in den Export finden und sich entsprechend einpreisen.


Die US-Kursvorgaben für Getreide sind heute morgen erneut schwächer. Ägypten hat 355 Tsd. t Weizen gekauft, davon 295 Tsd. t aus Russland. Der Spread zwischen französischen und russischen 11,5 er Weizen liegt mittlerweile bei über 20 $/t. Wie groß der Exportdruck aus Russland ist, zeigt sich auch dadurch, dass auf die ägyptische Weizenausschreibung Offerten über ca. 1 Mio. t aus Russland kamen. Meldungen über regional nasse bzw. kühle Bedingungen auf den Weizenanbauregionen in Südamerika haben aktuell kaum Einfluss auf die Weizenkurse in Europa. Der Deutsche Raiffeisenverband hat seine Ernteschätzung 2017 gegenüber dem Vormonat reduziert (aktuelle Schätzung Weizen gesamt: 24,3 Mio. t, Vorjahr 24,5 Mio. t, Raps: 4,3 Mio. t, Vorjahr 4,8 Mio. t).