Mit Veröffentlichung der neuen Schätzung des Statistikamtes für die kanadische Ernte gerieten die Agrarbörsen mächtig unter Druck. Die Weizenernte soll in Kanada mit fast 30 Mio. t ca. 2 Mio. t höher ausfallen als bisher geschätzt. Für Canola (Raps) wurde die Ernte auf 21,3 Mio. t angehoben (Erwartung 20,2 Mio.). In Argentinien/Paraguay bleibt es die nächsten 10 Tage trocken und heiß. Dies könnte Sojaschrot weiter befestigen.


Der festere Euro sorgt für Druck am Weizen und Rapsmarkt. Das Wetter in Brasilien wird vorteilhafter, so dass Sojabohnen zu letzt unter Druck standen. Das französische Landwirtschaftministerium hat die Rapsernte 2017 durch eine geringere Fläche leicht nach unten korrigiert (5,35 Mio. t statt bisher 5,5 Mio. t). Die UFOP geht für 2018 von einer 1,9 % niedrigeren Rapsfläche für Deutschland aus. Dies wird hauptsächlich mit den schwierigen Aussaatbedingungen in Norddeutschland begründet.


Der gestrige USDA Bericht hat die Märkte unter Druck gesetzt. Die Entemenge für Mais in den USA wurde deutlich (7,5 Mio. t) nach oben revidiert. Bei Sojabohnen wurde eine Ertraganpassung nach unten erwartet, die nicht kam. Die Weizenernte in Russland und der EU wurden höher als bisher geschätzt. Weiterhin gibt es vom EU-Weizenexport keine positiven Impulse (335.000 t). Die Maisimporte sind mit 238.000 t in der letzten Woche weiter hoch.


Bei den morgigen USDA-Zahlen erwartet der Markt eine Rücknahme der US-Mengen und handelt dadurch Sojabohnen und damit Raps fester. Für Mais wird eine Mengenerhöhung erwartet und dementsprechend bleibt Druck auf dem Getreidemarkt 


Raps profitierte zum Abend deutlich von den festeren Vorgaben aus dem Ölsaatenkomplex. Per 29.10.2017 sind 83 % der US-Sojaernte eingefahren. Zum Ende der US-Ernte zeichnen sich etwas schlechtere Sojabohnenerträge ab. Insofern könnte das USDA seine Produktionsschätzung am 09.11.2017 anteilig reduzieren. Die guten Sojaexporte wirken zudem unterstützend. Weizen gab an der Matif gestern Abend überraschend deutlich nach, gleicht die Verluste zu Handelsbeginn aber anteilig aus.