An der Matif hat Weizen gestern auf den vorderen Handelsterminen die wichtige Marke von 200 €/t durchbrochen und handelte am Ende auf dem tiefsten Stand seit Juli 2018 (Handelstermin Mrz. 19). Auf der US-Seite brach Weizen gleich durch mehrere technische Widerstände. Auch der Kauf Algeriens von 600 Tsd. T Weizen optionaler Herkunft konnte die Kursverluste beim Weizen nicht bremsen. Wichtig: Die weltweite Versorgungslage mit Weizen ist sehr gut und war lediglich in 2017/18 etwas besser als in 2018/19. Für 2019/20 werden noch einmal etwas größere Anbauflächen erwartet und die Anbaubedingungen sind bisher gut. Raps gab an der Matif ebenfalls deutlich nach. Für die Woche um den Jahreswechsel wurden gestern insgesamt sehr schlechte US-Exportzahlen gemeldet. Bei den Sojabohnen waren die Daten durch Stornierungen sogar negativ (-611 Tsd. t). In den USA ist Montag ein Feiertag, dadurch positionieren sich die Funds zusätzlich vor dem langen Wochenende.


Das französischen Agrarministerium war Anfang Dezember von einer Reduzierung der französischen Aussaatfläche für Raps um 23,6 % gegenüber dem Vorjahr in Folge der Trockenheit ausgegangen (wären entsprechend 1,21 Mha in 2019/20). In seiner aktuellen Schätzung hat das Ministerium seine Schätzung auf 1,3 Mha überraschend leicht erhöht. Zwar ist der Euro gegenüber dem US-Dollar heute morgen wieder etwas schwächer und die Energiekurse fester, an der Matif starten Raps und Weizen dennoch mit negativen Vorzeichen.


Der etwas festere Euro gegenüber dem US-Dollar wirkt heute morgen den leicht höheren US-Vorgaben entgegen. In der kommenden Woche werden auf den zentralen US-Weizenplains zwar Temperaturen unter -10 Grad C. erwartet. Ab Anfang der Woche werden in den betroffenen Regionen aber Schneefälle erwartet. Insofern sollten die Auswinterungen begrenzt sein. Raps gibt zu Handelsbeginn weiter nach, Weizen tritt auf der Stelle. Auch am Kassamarkt stockt der Handel für alterntiges Getreide.


Die Exportveränderung für EU-Weichweizen war gegenüber der Vorwoche mit ca. 618 Tsd. t mal ganz gut. Gestern konnten die USA Weizen an Nigeria und Ägypten verkaufen. US-Weizen ist somit nach den rückläufigen Seefrachten konkurenzfähig zu französischem Weizen. Neben den etwas festeren US-Kursen für Weizen stabilisiert der schwächere Euro gegenüber dem US-Dollar (heute morgen 1,127) die Kurse an der Matif nach den gestrigen Verlusten leicht.


Der monatliche USDA-Report brauchte wenig Überraschungen und fiel für Getreide insgesamt neutral bis leicht bearisch aus. Trotz der Reduzierung des Weizenendbestands für China 2018/19 um 3,6 Mio. t auf 140 Mio. t wurde der Endbestand weltweit nur um 0,5 Mio. t auf 267,5 Mio. t gegenüber der Dezemberschätzung reduziert. Für Russland wurde die Produktion um 1,6 Mio. t auf 71,6 Mio. t erhöht. Die US-Maisproduktion 2018/19 wurde gegenüber den Dezemberdaten zwar kleiner geschätzt, die Endbestände lagen für die USA mit 44,1 Mio. t sowie weltweit mit 309,8 Mio. t aber etwas über den Erwartungen. Für Sojabohnen wurde die brasilianische Produktion um 5 Mio. t auf 117 Mio. t reduziert. Weltweit lag die Schätzung der Endbestände mit 106,7 Mio. t unter den Erwartungen. Hintergrund sind allerdings insbesondere Korrekturen der Endbestände für Argentinien (-11,8 Mio. t für 2018/19 gegenüber der Dezemberschätzung) und Brasilien (+2,88 Mio. t gegenüber Dezember) in Vorjahren. In Bezug auf die Aussaatflächenschätzung für US-Winterweizen 2019/20 bestätigte das USDA mit ca. 12,66 Mha die zweitkleinste US-Aussaatfläche.